Béatrice Heller-Wessa

Rückblick: Heimweh

Sergio Devecchi<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>refkirchebuelach.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>13</div><div class='bid' style='display:none;'>4476</div><div class='usr' style='display:none;'>12</div>

Sergio Devecchi war am 25.1.2018 in Höri zu Gast. Er las aus seiner Biographie 'Heimweh - vom Heimkind zum Heimleiter', erzählte aus seinem Leben und signierte auf Wunsch seine Bücher. Das Publikum tauchte ein in die Welt der "fürsorgerischen Zwangsmassnahmen" ein und liess sich vom Heimkind-Schicksal berühren. Mancher Seufzer war zu hören, und da und dort wurde ein Taschentuch hervorgeholt...
Der Anlass fand in erstmaliger Zusammenarbeit mit dem Verein Pro Höri, der Bibliothek und der reformierten Kirchgemeinde statt in den Räumlichkeiten der Bibliothek Höri.
Béatrice Heller-Wessa,

Keine Fotos oder schriftliche Unterlagen belegen die Kinder-u. Jugendzeit von Herrn Devecchi. Die Fragen, weshalb er Heimkind wurde, oder wer sein Vater sei, beschäftigen ihn bis heute. Und die Scham, "selber" an seinem Schicksal "schuld" zu sein, brachte den Autor erst kurz vor seiner Pensionierung als Heimleiter dazu, öffentlich darüber zu sprechen.
Was oder wer gab der Kinderseele damals Kraft und schenkte dem Kind Lebensmut, war eine Frage aus dem Publikum. Der Hinweis, dass eine damalige Heimmitarbeiterin (mit Handicap) ihm etwas Geborgenheit geben konnte, löste tiefe Betroffenheit im Publikum aus. Das erklärte aber auch, weshalb der kleine Sergio nach einer unerklärten Heim-Neu-Platzierung, die ihm nicht erklärt wurde, immer wieder ausriss und "heim" nach Pura wollte....
Sergio Devecchi gelang es mit einer gewissen Leichtigkeit über das Schwierige in seinem Leben zu sprechen. Während der Lesungen konnten geübte Ohren aber Stimmschwankungen wahrnehmen, die davon zeugten, wie tief ihn das Erlebte immer noch bewegt.
Seine Autobiographie ist eine fesselnde Geschichte, die nicht mit den Behörden, Institutionen oder auch der Kirche abrechnet sondern glaubhaft vermittelt, dass für den Autor immer nur die konkreten Personen zählen und zählten.
Bereitgestellt: 31.01.2018     
aktualisiert mit kirchenweb.ch