Die illegale Pfarrerin

Nachlass Greti Caprez-Roffler c:o Christina Caprez<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>refkirchebuelach.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>308</div><div class='bid' style='display:none;'>5813</div><div class='usr' style='display:none;'>145</div>

Hörausstellung in der reformierten Kirche vom 14. Januar bis 6. Februar 2020. Vernissage mit Journalistin Christina Caprez am 19. Januar 2020 von 11.30 Uhr bis 12.00 Uhr mit Apéro.
Greti Caprez-Roffler ist 25 Jahre alt, als sie 1931 im Bergdorf Furna im Prättigau zur Pfarrerin gewählt wird. Auf dem Foto sehen Sie sie an ihrem 25. Geburtstag, kurz vor Antritt ihres Amtes. Was man nicht sieht: Sie ist bereits Mutter. Ihr Schlussexamen in Theologie legte sie gerade noch während der Schwangerschaft ab.
Rahel Graf ,
Eine Frau auf der Kanzel, das kann sich damals kaum jemand vorstellen. Furna ist die erste Gemeinde der Schweiz, die eine Frau zur vollamtlichen Pfarrerin wählt. Ein Skandal, erst recht, da Greti Caprez mit einem kleinen Sohn ins Pfarrhaus einzieht.
Der kantonale Kirchenrat versucht bald darauf alles, um das störrische Bergdorf zur Einsicht zu bringen und konfisziert sogar das Kirchgemeindevermögen. Greti Caprez arbeitet trotzdem weiter – für «Gotteslohn». Erst viel später, 1963, wird sie im Grossmünster ordiniert und somit offiziell wählbar.

Die Journalistin Christina Caprez hat sich auf die Spuren ihrer Grossmutter begeben. Sie hat Tagebucheinträge und Briefe gelesen und Menschen besucht, die Greti Caprez als Pfarrerin kannten. Sie erzählt in einer Hörinstallation und einem soeben erschienen Buch aus dem Leben dieser Pionierin, von Höhenflügen und Ernüchterung, vom Abenteuer, grosse Träume verwirklichen zu wollen.

Die Vernissage findet am Sonntag 19. Januar von 11.30 Uhr bis 12.00 Uhr in der reformierten Kirche statt. Christina Caprez stellt in einem kurzen Referat ihre Grossmutter vor und beantwortet Fragen. Sie sind herzlich eingeladen zu diesem Anlass und zum Apéro.

Website Christina Caprez
Greti Caprez in der SRF Reihe «Starke Frauen»

Weitere Veranstaltungen:

Die Anekdoten und Erinnerungen, die Christina Caprez erzählt, stehen im Bezug zu (kirchen-) politischen Themen, deren Aktualität immer wieder überrascht. Greti Caprez ist eine berufstätige Mutter, ihr Ehemann ist anfangs nur am Wochenende zuhause. Sie kämpft um gleiche Rechte für Frauen und Männer und muss dabei auch herbe Enttäuschungen einstecken.
Diese Frauengeschichte regt an, über heutige Rollenerwartungen, eigene Lebensentwürfe, und verschiedene Beziehungsmodelle nachzudenken.

Am Sonntag 26. Januar 10.00 Uhr unterhält sich Pfarrerin Eva Caspers im Sundate Gottesdienst unter dem Titel "Was möchtsch ämal wärde?" mit Christina Caprez zum Thema "Berufung".

Am Samstag 1. Februar 10.00 bis 12.00 Uhr sind Eltern eingeladen, sich über eigene Erfahrungen im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Beziehung auszutauschen. Der Anlass ist verbunden mit einem Besuch der Ausstellung in der Kirche. (Genauere Angaben folgen.)

Am Montag 3. Februar findet von 17.30 bis 18.30 Uhr ein Konfworkshop in der reformierten Kirche statt.

Am Donnerstag 6. Februar lädt der Frauenstammtisch um 20.00 Uhr zur Lesung mit Christina Caprez ins HertiLabor ein. Der Abend wird moderiert von Pfarrerin Rahel Graf.
Bereitgestellt: 23.11.2019     Besuche: 77 Monat 
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