Jürg Spielmann

«Gemeinsam für eine Landwirtschaft, die unsere Zukunft sichert.»

Illustration ökumenische Kampagne 2020<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>refkirchebuelach.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>29</div><div class='bid' style='display:none;'>6299</div><div class='usr' style='display:none;'>27</div>

Was wir säen, ernten wir.
Jürg Spielmann,
«Brot für alle» Gottesdienst
Sonntag, 15. März 2020, 10.00 Uhr
Ref. Kirche Bülach

Im Zentrum des Gottesdienstes steht das Thema der diesjährigen Ökumenischen Kampagne von «Fastenopfer», «Brot für alle» und «Partner sein»: Gemeinsam für eine Landwirtschaft, die unsere Zukunft sichert.

Saatgutkonzerne und Freihandelsabkommen versuchen mit Saatgut- und Sortenschutzgesetzen die Züchtung und den Handel mit Saatgut zu kontrollieren. Es soll nur noch Saatgut verwendet werden dürfen, das nach gewissen Qualitätskriterien geprüft und zertifiziert worden ist. Die Zertifizierung und strenge Sortenschutzgesetze schaden Bauern und Bäuerinnen weltweit. Denn diese züchten seit jeher eigenes Saatgut, tauschen und verkaufen es. So entstehen klimatisch angepasste lokale Sorten, die ohne chemischen Pflanzenschutz und ohne Kunstdünger auskommen. Diese jahrhundertealte Praxis soll nun verboten werden, und die Bauern und Bäuerinnen werden kriminalisiert. Die Vorschriften für die Saatgutprüfung sind auf industriell gezüchtetes Saatgut zugeschnitten und die Prüfung so aufwendig, dass sie für bäuerliches Saatgut nicht möglich ist.

Die Schweiz hat im Saatgutgesetz eine Ausnahme geschaffen und lässt sogenannte Nischensorten unter vereinfachten Bedingungen zu. Dies wurde unter anderem dank dem Einsatz der Stiftung Pro Specie Rara und anderer möglich. Die Stiftung bewahrt zusammen mit Schweizer Züchterinnen und Züchtern und Privatpersonen Saatgut von gefährdeten alten Schweizer Kulturpflanzen und unterstützt deren Anbau und Vermarktung. Uralte Apfel- und Birnensorten, spezielle Kartoffeln, Tomaten und andere Gemüsesorten werden so erhalten und von Hobbygärtnerinnen und Biobauern wieder angepflanzt. Pro Specie Rara ist gleichzeitig auch ein Gütesiegel, das Produkte aus traditionellem Saatgut auszeichnet und dadurch deren Vermarktung fördert. Damit leistet die Stiftung in der Schweiz einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt.

Zur Veranschaulichung wird uns Monica Domfeld im Gottesdienst Einblick in Wert und Qualität einer alten Schweizer Tomatensorte gewähren und den Gottesdienstbesuchenden ein Säcklein mit deren Samenkörnern mit auf den Weg geben.

In einem Interview mit Paul Oertli werden wir am Beispiel des Servizio Cristiano Riesi erfahren, was aus sozialdiakonischem Einsatz über viele Jahre Kreatives wachsen kann: Nicht weniger als eine mechanische Werkstatt und Fabrik, die 30 Leuten vor Ort Arbeit und deren Familien ein Auskommen bietet.

Ein Beispiel für den verantwortungsvollen Umgang mit Saatgut ist der biblische Josef, ein Urenkel Abrahams. Er schafft es, ein ganzes Volk vor einer gewaltigen Hungersnot zu retten, indem er sich um die Bewahrung der Körner kümmert, die Körner zum Säen und die Körner zum Essen.

Was wir säen, das ernten wir. Auch diese uralte und nicht zuletzt auch prophetische Weisheit wird im Gottesdienst zur Sprache kommen, im biblischen, wörtlichen wie auch im übertragenen Sinn, sind wir doch bereits am Ernten, was wir klimatisch gesät haben und dies immer noch tun. Gott sei Dank kennt das Evangelium die Botschaft auch anders herum, wenn es in Psalm 126,5 heisst:
Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen, und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.

Und im 2. Korinterbrief schreibt der Apostel Paulus:
Gott aber, der Samen gibt zum Säen und Brot zum Essen, der wird auch euch das Saatgut geben in reichem Masse und die Frucht eurer Gerechtigkeit wachsen lassen.
(2 Kor 9,10)
Bereitgestellt: 17.02.2020     Besuche: 101 Monat 
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