Offene Jugendarbeit in unserer Kirchgemeinde

DSC06295 <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Simon&nbsp;Gerber)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>refkirchebuelach.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>372</div><div class='bid' style='display:none;'>5623</div><div class='usr' style='display:none;'>21</div>

Offene Jugendarbeit tanzt aus der Reihe.
Simon Gerber,
Im Untergeschoss des Kirchgemeindehauses befindet sich der Jugendraum. Er fällt auf als eine Mischung aus Wohnzimmer und Bistro. Im Vergleich zu den anderen Räumlichkeiten des Hauses fehlen hier die geeigneten Tische und Stühle für das typische Unti-Setting oder für lange Sitzungen, an denen Papierstapel bearbeitet werden. Die Sofas und Bistrotische sowie der Billardtisch im Vorraum laden zum Verweilen in der Freizeit ein. Die Bar bei der Küchenfront dient morgens dem Verein Mamerlapap für sein Elternkafi und seit letztem Freitagabend wieder wöchentlich dem Jugendtreff Re4 (sprich: Revier). Für den Jugendtreff-Betrieb verwandelt ein Team von 16 bis 19 Jahre jungen Leiterinnen und Leitern den Raum regelmässig in eine stimmungsvolle Lounge-Bar. Das Ambiente erinnert an den klassischen Jugendraum aus den 80ern, mit vielleicht etwas weniger Trash und Graffiti, dafür mit mehr Hotellobby-Charakter. Jugendliche können kommen und gehen, einen Softcocktail oder einen Snack an der Bar bestellen und sich unterhalten. Das ist heute eine verbreitete Art des Ausgangs für Teenager ab der 6. Klasse.
Offene Jugendarbeit wie das Re4 tanzt gegenüber den anderen kirchlichen Jugendangeboten aus der Reihe. Während es in den JuKi- und Konf-Modulen darum geht, vorbestimmte religionspädagogische Lernziele zu verfolgen, gemessen und belohnt mit Untipunkten, haben die offenen Jugendangebote ausschliesslich die Freizeitkultur der Jugendlichen im Fokus, frei von Schule und Unti. Natürlich muss auch die Jugendkultur durch die Jugendlichen erlernt und sogar selbst entwickelt werden. Aber dieser Lernprozess passiert frei, ohne Anmeldung, so niederschwellig wie möglich und gelingt am besten mit direktem Einbezug der Jugendlichen selbst. Die Gäste des Re4 bestimmen frei und selbständig, ob und wann sie kommen und gehen. Der Raum wird von Jugendlichen weitgehend frei gestaltet, eingerichtet und unterhalten. Der Wochentag und die Öffnungszeiten des Re4 wurden von den Jugendlichen des Teams frei bestimmt. Und wenn wir gerade beim schönen Wort „frei“ sind: Die besagten jungen Leute engagieren sich auch rein freiwillig im Re4-Team.
Zu den Aufgaben des Teams gehört aktuell natürlich auch das stetige Anpassen des Pandemie-Schutzkonzeptes. Zum Glück kann sich das Re4 an anderen offenen Jugendtreffs in der Region orientieren, die schon viele Erfahrungen in Sachen Hygiene, physischer Distanz und Umsetzbarkeit gesammelt haben. Eine Übersicht der Re4-eigenen Schutzmassnahmen befindet auf der Re4-Infoseite und ist auch während des Betriebes sichtbar ausgehängt.
Das Re4 ist verglichen mit den anderen „grossen“ Jungendtreffs (z.B. der Stadt Bülach oder Dielsdorf) ein Zwerg, ist es doch bloss an einem einzigen Abend pro Woche geöffnet. Allerdings ist es nicht selbstverständlich, dass eine Kirchgemeinde ihren Auftrag zur Förderung des Gemeinwesens so ernst nimmt und eigene Räumlichkeiten und personelle Ressourcen zur Verfügung stellt. Damit führt sie einen Teil ihres sog. diakonischen Auftrages aus. Das Ergebnis ist sichtbar: Jahr für Jahr setzen sich Jugendliche mit der Kirchgemeinde zusammen immer wieder für eine gute Jugendkultur ein. Oder sie unterstützen und fördern sie auf einfachste Weise, indem sie die offenen Jugendangebote besuchen.
Bereitgestellt: 30.09.2020     Besuche: 82 Monat 
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