Béatrice Heller-Wessa

Trauer- und Lebenskrise

Der Verlust eines nahen Menschen ist ein tiefgreifendes Ereignis. Je nach Situation können sich Angehörige im Innersten in Frage gestellt fühlen. Es fällt ihnen schwer, in das veränderte Leben hineinzufinden. Die Trauerzeit ist eine sozial anerkannte „Aus-Zeit“, in der die Umgebung den Betroffenen mit besonderer Rücksicht begegnet. Es ist aber auch eine Zeit intensiver innerer Prozesse, ein Weg durch viele Gefühle, bis sich eine neue Lebenshaltung herausbildet.

In kirchlichen Bildungshäusern werden Trauer-Seminare angeboten. Alte Rituale helfen, sich zu finden und dem Schmerz Ausdruck zu geben.

Auch die Formen und Bräuche rund um die Bestattung helfen auf diesem Weg. Einige Zeit nach der Beerdigung verändern sich die Gefühle, ein Verlust wirkt aber oft noch viele Jahre nach und beeinflusst auch das spätere Beziehungsverhalten.

Das Alltagsleben fragt nur danach, ob jemand seinen Pflichten in Beruf und Familie nachkommen kann. Im Erleben der Menschen gleicht der Lebensweg aber manchmal einem Labyrinth mit hellen und dunklen Stellen. Hoffnung und Befürchtung lösen sich ab. Ein neuer Lebensabschnitt erfordert tiefgreifende Umstellungen. Nicht alles ist einfach machbar. Die Glaubenstradition ist auch ein Erfahrungswissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Es ist ein spiritueller Weg, der hilft, seine Situation anzunehmen und Schritte vorwärts zu gehen, zu Heilung und Wachstum.

Nicht nur Trauer begegnet uns auf diesem Weg. Auch Angst oder Sucht, Depressionen, Lebensmüdigkeit können auftauchen. Der Alltag verlangt, dass man „funktioniert“, aber die Betroffenen brauchen jemanden, mit dem sie sprechen können.

Bitte wenden Sie sich an Ihre Seelsorgerin, Ihren Seelsorger. Sie führen gern ein Gespräch mit Ihnen oder können Ihnen Kontakte vermitteln.
Bereitgestellt: 12.06.2015     
aktualisiert mit kirchenweb.ch